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GEORG AGRICOLA UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES

Studienschwerpunkt |Informations-Technologie

Die Informationstechnologie verknüpft die wesentlichen Aspekte der Informatik und moderner Kommunikationstechnik. Sie ist darauf gerichtet, den Anforderungen einer sich strukturell wandelnden Wirtschaft zu entsprechen. Ingenieurinnen und Ingenieure der Elektrotechnik mit dem Studienschwerpunkt Informations-Technologie leisten Beiträge zur Entwicklung, Planung, Projektierung, Realisierung, Betrieb und Wartung informationstechnischer Systeme. Sie besitzen Kenntnisse über Prozessoren, Betriebssysteme, Programmierwerkzeuge, Datenbanken, Netzwerke und multimedialen Oberflächen. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor finden sich lohnende Tätigkeitsgebiete, sei es bei der Herstellung von technischen Produkten, bei der betrieblichen Nutzung von Informatik-Ressourcen oder beim Vertrieb von IT-Systemen, Hard- und Software-Produkten. 

Berufsbegleitendes Studium

Eine willkommene Alternative zum Vollzeitstudium bietet das berufsbegleitende Studium. Alle Veranstaltungen des Studienschwerpunkts Informations-Technologie des Bachelor-Studiengangs Elektro- und Informationstechnik werden sowohl in Vollzeitform als auch berufsbegleitend angeboten. An der TFH Georg Agricola wird besonders darauf geachtet, durch eine zeitlich flexible Organisation z.B. von Praktikumsterminen eine gute Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie zu erreichen. Durch das Vorziehen von Prüfungen und vier möglichen Prüfungsterminen im Jahr können Studienzeiten verkürzt werden.

In wirtschaftlich turbulenten Zeiten bietet sich durch ein Studium die Möglichkeit einer beruflichen Höherqualifikation. Dadurch können sich neue, zukunftsorientierte Beschäftigungsfelder eröffnen. Gerade für das weit gesteckte Berufsbild des Elektroingenieurs werden die Berufsaussichten weiterhin gut bis sehr gut bleiben.

Beginn und Dauer des Studiums

Das Studium beginnt zum Wintersemester, Bewerbungsschluss ist der 15. Juli. Die Aufnahme des Studiums ist jedoch auch im Sommersemester durch Einstieg in den laufenden Lehrbetrieb möglich. Bewerbungsschluss ist dann der 15. Januar.  

Das berufsbegleitende Studium wird abends und an Wochenenden veranstaltet, um eine Vereinbarkeit von Berufstätigkeit, Studium und Familie zu erreichen. Hierdurch ergibt sich eine Regelstudienzeit von zehn Semestern.

Studieninhalte

In der ersten Studienphase werden neben dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Basiswissen die Grundlagen der Elektrotechnik und der Messtechnik vermittelt. Lehrveranstaltungen zur Informatik einschließlich der Anwendung von Standardsoftware ergänzen das Angebot. Nichttechnische Fächer wie Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre und des Qualitätsmanagements runden das Spektrum des Basiswissens ab. Im Einzelnen werden folgende Module angeboten:

  • Modul 1: Höhere Mathematik
  • Modul 2: Physik und Bauelemente der Elektrotechnik
  • Modul 3: Grundgebiete der Elektrotechnik
  • Modul 4: Elektrische Messtechnik
  • Modul 5: Informatik und Standardsoftware
  • Modul 6: Einführung Betriebswirtschaftslehre/Qualitätsmanagement

      

Die vertiefende Studienphase beginnt ab dem dritten Semester mit den Fächern des Studienschwerpunktes. Hier werden neben einigen Grundlagen aus dem anwendungs- oder prozessautomatisierungsnahen Bereich hauptsächlich Kenntnisse der Hard- und Softwaretechnik vermittelt. Der Programmentwicklung ist von der Programmiersprache bis zur Modellierung von Systemen ein breiter Raum gewidmet. Die Anwendung in Softwareprojekten und der Aufbau von Datenbanken und Informationssysteme sind Gegenstand eines weiteren Unterrichtsmoduls. Der hardwarenahe Bereich wird durch das Modul Mikroprozessortechnik abgedeckt. Die Kommunikationstechnik - beginnend bei dem Umgang mit analogen und digitalen Signalen bis zum Aufbau und der Organisation von Rechnernetzen - rundet durch das Modul Datenkommunikation und die Signalverarbeitung die vertiefende Studienphase ab. Die Module sind in der folgenden Aufstellung aufgelistet:

  • Modul 11: Nachrichtentechnik und Automatisierung
  • Modul 12: Programmentwicklung
  • Modul 13: Mikroprozessortechnik
  • Modul 14: Softwaretechnik und Datenbanken
  • Modul 15: Datenkommunikation und Signalverarbeitung
       

Parallel zu den Fächern der Studienschwerpunkte werden auch noch für alle Studieren des Studiengangs gemeinsame Lehrveranstaltungen angeboten: Es handelt sich hierbei um die Theoretische Elektrotechnik, die Steuerungstechnik und die Regelungstechnik sowie um nur zum Teil fachspezifische Gebiete wie Projektmanagement, Technisches Englisch, Rechtsgrundlagen und Sicherheitstechnik. Die einzelnen Module sind:

  • Modul 7: Rechtsgrundlagen und Englisch
  • Modul 8: Angewandte Mathematik
  • Modul 9: Steuerungs- und Regelungstechnik
  • Modul 10: Projektabwicklung und Sicherheitstechnik

 

Während des gesamten Studiums wird großer Wert auf die Festigung der Lehrinhalte durch praktische Anwendungen gelegt. So sind vielen Fächern im gemeinsamen Studium, insbesondere aber in den Studienschwerpunkten, Praktika zugeordnet.

 

Im vorletzten Studiensemester ist als Vorstufe zur Bachelor-Arbeit ein den zeitlichen Möglichkeiten angemessenes Projekt allein oder in kleinen Gruppen zu bearbeiten.

 

Die Bachelor-Arbeit, die in den meisten Fällen in Zusammenarbeit mit Industriebetrieben oder Instituten durchgeführt wird, bildet den Abschluss des Studiums.   

Betätigungsfelder

Beschäftigungsmöglichkeiten im In- und Ausland

  • Unternehmen der Telekommunikationstechnik
  • Netzwerkhersteller
  • Hersteller von Mess- und Navigationsinstrumenten
  • Softwarehäuser, Ingenieurbüros, IT-Consulting Firmen
  • Kfz-, Luft- und Raumfahrtindustrie
  • Banken, Versicherungen
  • Unternehmen der Elektrizitäts- und Energiewirtschaft
  • Hersteller von mikroelektronischen Systemen
  • Öffentlicher Dienst
  • Institute und Hochschulen

 

 Arbeitsgebiete

  • Kommunikationstechnik (Mobilfunk, Internet u. a.)
  • Computerunterstützte Fertigung
  • Software-Technik
  • Medizintechnik
  • Mikrosystemtechnik

 

Mögliche Aufgaben  

  • Planung und Entwicklung rechnergestützter Systeme

  • Planung, Entwicklung, Konstruktion und Erprobung von Bauelementen, Geräten und Anlagen

  • IC-Schaltungsentwicklung und IC-Test
  • Entwicklung von Multimediasystemen

  • Optimierung von Arbeitsabläufen

  • Modellierung von Datenbanken und Informationssystemen

  • Vertrieb, Akquisition

  • IT-Management

  • Technische Kundenberatung

  • Qualitätssicherung

  • Forschung und Lehre

 

Berufsaussichten

Die Entwicklungen der Elektrotechnik und Informationstechnologie bestimmen in immer größerem Umfang unser tägliches Leben. Gerade der Informationstechnologie kommt in unserer modernen Industriegesellschaft eine Schlüsselrolle zu. Zukunftsweisende Technologien sind kennzeichnend für die zahlreichen Berufsbilder, die sich für die Ingenieure der Informationstechnik eröffnen. Die Aufgabenstellungen dieser Tätigkeitsfelder verlangen rationales Denken und Handeln, aber auch Kreativität, Phantasie und schöpferisches Arbeiten und bieten somit einen interessanten und abwechslungsreichen Arbeitsalltag. Die Nachfrage der Wirtschaft nach kompetenten und gut ausgebildeten Ingenieuren ist in diesem Bereich nach wie vor hoch. Demgegenüber stehen aber die nahezu stagnierenden Zahlen an Neueinschreibungen von Studierenden der Ingenieurswissenschaften. Daher bieten sich den Absolventen dieses Studienschwerpunkts zurzeit und in absehbarer Zukunft exzellente Berufsaussichten.  

Beispiele zum Einsatz

Entwicklungsingenieur

Grundsätzlich besteht seine Aufgabe darin, technische und organisatorische Aufgabenstellungen im Bereich der Informations-Technologie oder verwandter Gebiete (Nachrichten- Kommunikations-, Schaltungstechnik) auf möglichst wirtschaftliche Weise zu lösen. Dabei sind ingenieurwissenschaftliche Erkenntnisse anzuwenden, weiter zu entwickeln und gleichsam zur Neuentwicklung von technischen Verfahren und Prozessen sowie von Programmen, Systemen und Anlagen zu nutzen. Im Einzelnen gehören dazu:

 

  • Zielgerechte Anwendung von Forschungsergebnissen zu innovativen, bedarfsgerechten Produkten

  • Konzeption neuer Produkte und Verbesserungen bestehender Erzeugnisse vom ersten Plan bis zum Prototyp

  • Austesten neuer Entwicklungen im Labor und im Probeeinsatz vor Ort

  • Begleitung der Erzeugnisse bis zur Fertigungsreife

  • Organisation und Dokumentation (Projektmanagement, Lastenheft, Pflichtenheft, Bedienungsanleitung, Prüfanweisung, Benutzerhandbuch)

Projektingenieur

Seine wesentliche Aufgabe ist die Planung und Projektierung von Anwendungen und Systemen der Informations-Technologie oder verwandter Gebiete (Nachrichten- Kommunikations-, Schaltungstechnik), oftmals verbunden mit der Leitung des Designs, der Implementation, des Tests und Inbetriebnahme. Neben einer gewissen Praxiserfahrung sind hierbei Fertigkeiten der Kommunikation und Mitarbeiterführung von besonderem Vorteil, da Projekte oft in Teams abgewickelt werden. Zu den Aufgaben eines Projektingenieurs gehören:

 

  • Konzeption und Realisation von kundenspezifischen Anwendungen, Systemen und Anlagen, dabei Klärung der technischen Rahmenbedingungen

  • Technische Kundenberatung bei Problemdefinition und Lösungsvorschlägen

  • Erstellung und Analyse von Lasten- und  Pflichtenheften sowie der Ausführungsunterlagen

  • Terminplanung, Kostenkontrolle, Projektablaufleitung unter Anwendung rechnergestützter Planungsverfahren (Netzplan, CAE, CAD)

  • Überwachung von Design- und Implementationsphase

  • Durchführung von Inbetriebnahme- und Abnahmetests

  • Service- und Kundendienstleistungen

Wichtig ist eine gute Zusammenarbeit mit den Kunden, aber auch mit der Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsabteilung im eigenen Haus. Dazu gehört die ständige Optimierung der Schnittstellen und der kommunikativen Vernetzung, ohne jedoch kaufmännische und vertragsrechtliche Gesichtspunkte und Risiken außer acht zu lassen.
   

Vertriebsingenieur

Ein Vertriebsingenieur befasst sich mit Aufgaben der Planung, Organisation und Durchführung von Marketing und Vertrieb von Erzeugnissen der Nachrichten-, Kommunikations-, Informations- sowie zugehöriger Messtechnik einschließlich der dazu gehörenden Dienstleistungen. Dabei hat er neben den technischen Aspekten auch umsatz- und gewinnorientierte Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Zu seinen Tätigkeiten gehören im Wesentlichen:

 

  • Ermittlung neuer Anwendungsgebiete für die von ihm vertretenen Produkte

  • Beratung und Betreuung von Einzelkunden oder Unternehmen bei Neuanschaffung und Erwerb von Zubehör, oder bei Einführung neuer Systeme, ebenso bei Ergänzungs- und Änderungswünschen

  • Weiterleitung der Kundenwünsche an Entwicklung und Projektierung im eigenen Haus

  • Gewinnung neuer Kunden im In- und Ausland

  • Durchführung von Marktbeobachtungen

  • Markteinführung neuer Produkte, Präsentationen (z.B. auf Messen)

  • Mitwirkung bei Produktinformation und Öffentlichkeitsarbeit (Firmenschriften, Informationsmaterial, Vorträge)